Auswirkungen von Digital Detox überraschen Fachmann

von Wolfgang Hutter

Exzessive Nutzung von Social Media hat z.T. drastische negative Auswirkungen auf Kinder. So viel ist durch viele Studien bekannt. Ulmer Forscher gehen jetzt den umgekehrten Weg. Sie untersuchen, was passiert, wenn man den Konsum reduziert. Der Leiter der Studie, der Ulmer Jugendpsychiater Prof. Jörg Fegert, legte nun erste Zwischenergebnisse vor.

131 junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren nehman an der Studie teil. In der strengsten Gruppe wurde die Nutzungszeit um 81 Prozent auf etwa 45 Minuten täglich reduziert. Die Zwischenergebnisse haben den Fachmann überrascht: Schlafprobleme wurden deutlich besser, depressive Symptome halbierten sich, auch Angstsymptome gingen um etwa die Hälfte zurück. Insgesamt ließ sich feststellen, dass das subjektive Wohlbefinden bei den Teilnehmern der Studie anstieg.

Fegert plädiert deshalb neben der sinnvollen Diskussion über Verbote dafür, Kinder und Jugendliche zu einem bewussten und konsequenten Umgang mit digitalen Angeboten zu befähigen. "Sie müssen lernen, sich selbst zu begrenzen, damit Zeit für anderes im Leben bleibt."